Saturday, December 20, 2014

Ruf-, Bei- und Familiennamen des 15. Jahrhunderts aus Wiener Quellen

http://www.onomastikblog.de/ni_rezensionen/wiener_personennamen/


Rez.: Wiener Personennamen

Ruf-, Bei- und Familiennamen des 15. Jahrhunderts aus Wiener Quellen


Axel Linsberger: Wiener Personennamen. Ruf-, Bei- und Familiennamen des 15. Jahrhunderts aus Wiener Quellen (= Schriften zur deutschen Sprache in Österreich 41), Frankfurt a.M.: Peter Lang 2012, 783 S. – ISBN 978-3-631-61788-5, Preis: EUR 99.80 (DE), EUR 102,60 (AT).
 
Rezensiert von Volkmar Hellfritzsch, Stollberg
Bei der Präsentation des Namenmaterials und der aus dessen Analyse gewonnenen For­schungsergebnisse (Anm. 1) beschreitet Axel Linsberger, verglichen mit vorliegenden älteren Arbei­ten dieser Art, insofern eigene Wege, als er in dem weit ausgreifenden Teil A (Einfüh­rung und Grundlagen) neben den historisch und überlieferungsbedingt gegebenen Sach­verhalten (Forschungsstand, Ziele, Quellen, Untersuchungszeitraum, regionale Eingrenzung) und Terminologischem bereits die wichtigsten Ergebnisse seiner Untersuchung zur Heraus­bildung des anthroponymischen Systems mitteilt (15–51). Teil B (Beinamen, 52–686) bietet neben dem in alphabetischer Folge geordneten Namenbuch der Beinamen (52–627) Beobachtungen zu schreibsprachlichen Besonderheiten im Namenmaterial auf phonologischer Ebene (628–638), charakteristische Erscheinungen der Morphologie und Namenbildung (639–655) sowie die kulturhistorische Analyse der einzelnen Motivationsgruppen (656–686). Teil C, beginnend mit dem Namenbuch (687–735), behandelt die Rufnamen nach ihrer Häufigkeit, Motivation und Bildung (736–757).
Angesichts der „noch weitgehend in den Kinderschuhen“ steckenden Personennamen­forschung seines Landes (17) will Linsberger auf Grund der für die Landeshauptstadt und ihr spätmittelalterliches Herrschaftsgebiet günstigen Quellenlage einen Beitrag zur bislang unbe­friedigenden flächendeckenden Bearbeitung des anthroponymischen Materials Österreichs leisten. Das Korpus seiner Untersuchung wurde aus der vom Alterthumsverein der Stadt Wien 1895 bis 1937 herausgegebenen Regestensammlung Quellen zur Geschichte der Stadt Wien gewonnen. Mit diesem die Namen all jener Personen umfassenden Material, „die als Wiener Bürger oder auch nur als in Wien wohnhaft belegt sind“ (20), soll – eines der wesentlichen Ziele – der für das 15. Jahrhundert zu erwartende Prozess der Festwerdung bzw. massenhafte Vererbung von Beinamen und deren kulturhistorische Implikationen dargestellt werden. Unter Personenname bzw.Anthroponym versteht der Autor jeweils den Gesamtnamen einer Person.
Abgesehen von gelegentlich nur mit bloßem Rufnamen erscheinenden Angehörigen niederer Stände, hatte sich die Entwicklung von der Einnamigkeit zur Zweinamigkeit in Wien bereits im 14. Jahrhundert vollzogen. Die Belegsituation gestattet die Schlussfolgerung, „dass Wiener Beinamen in vielen Fällen schon zu Beginn des 15. Jahrhunderts vererbt sind“, die Führung eines vererbten Beinamens sich allerdings erst „mit Beginn der zweiten Hälfte des 15. Jahr­hunderts“ gänzlich durchgesetzt hat (39). Diesen Ergebnissen onomastischer Analyse wird – zugleich im Hinblick auf die später behandelten Sachverhalte – ein ausführliches Kapitel zu den historischen Grundlagen (Geschichtlicher Hintergrund, 40–51) mit Darlegungen zur Sozialstruktur der spätmittelalterlichen Bevölkerung, der Herrschaftsverhältnisse, der Bedeu­tung Wiens im europäischen Kontext usw. nachgeschoben.
Der umfangreiche lexikalische Teil, das Namenbuch, enthält 1814 Artikel: von Abel bis Zwifoler, nicht zuletzt durch die Nutzung differenzierter Formatierung allesamt übersichtlich gegliedert und entsprechend gut lesbar. Dem „an den heutigen Schreibusus angepasst[en]“ Lemma (52) einschließlich der beigegebenen rezenten Namenvarianten (dazu die absolute Zahl der 2010 vorhandenen Telefonanschlüsse und die Verbreitung) folgt die Etymologie, bei konkurrierenden Ansätzen „mit absteigendem Plausibilitätsgrad gereiht“ (52) und, wenn not­wendig, durch weitere, das Verständnis fördernde Angaben ergänzt. Der etymologische Passus wird durch knapp gehaltene Literaturangaben (Anm. 2) zu dem jeweils behandelten Namen beschlossen. Erst am Ende eines Namenartikels, nach detaillierten Angaben zum entspre­chenden Regest der Quelle, erscheinen, in der Reihenfolge durchaus ungewöhnlich, die Namenbelege, zudem im Kleindruck. Bemerkenswert und dem etymologischen Anliegen aus­gesprochen förderlich ist die Art und Weise, wie Linsberger die zur Erklärung der Herkunfts­namen herangezogenen Ortsnamen graduiert und mit den notwendigen sachlichen Angaben versieht (vgl. 54f.).
Den sorgfältig erarbeiteten, differenziert wertenden und – wo möglich – sprach- und kultur­historisch-landeskundlich ausführlich kommentierten Etymologien ist generell zuzustimmen, vgl. dazu Artikel wie Bandschneider, Bauer, Binder, Eigner, Eisengraber, Fleischhacker, Galander, Kastner, Maier, Schreutel, Ungelter, Wambeiser usw. (Anm. 3)
Die Analyse des Materials hinsichtlich ihrer phonologisch-graphematischen Beziehungen ergibt, „dass die Schreiber der Wiener Stadtkanzlei auch in der Namenschreibung stark an der bairisch-neutralen Schreibform orientiert sind und dialektale Einflüsse nur in geringem Maße in die Verschriftlichung einfließen. Trotzdem können gerade bei Namenschreibungen gelegentlich dialektale Elemente verschriftlicht werden und sich dann als gewohnheitsmäßige Schreibungen festsetzen, was damit zu erklären ist, dass die untersuchten Namen bereits im 15. Jahrhundert in vielen Fällen nicht mehr Teil der produktiven Sprachsphäre waren.“ (638)
In Bezug auf die hinsichtlich der einzelnen Motivationsgruppen differenziert untersuchte Wortbildung der Beinamen kann Linsberger insbesondere unterschiedliche Verteilungen in den Bildungsweisen der Derivation sowie solchen Formen ausmachen, die sich als reine Übernahmen von Appellativen darstellen.
Die folgende, methodisch analog angelegte Betrachtung der Beinamen verdeutlicht die loka­len Besonderheiten von Erscheinungen, die insgesamt im Zentrum der kulturhistorisch ausge­richteten anthroponomastischen Forschung stehen: die Verarmung des altgermanischen Ruf­namenschatzes und das Aufkommen von Namen der christlichen Sphäre, die aus Berufs-, Amts- und Standesnamen zu gewinnenden Erkenntnisse zur sozioökonomischen Struktur der (spät)mittelalterlichen Stadt, die unterschiedlich stark in Erscheinung tretenden „Themen­bereiche“ (669) innerhalb der Übernamen (hier mit Dominanz der metaphorischen und pars-pro-toto-Bildungen gegenüber den direkten Benennungen von äußerlichen und charakter­lichen Merkmalen [671]), (Anm. 4) Wohnstättennamen und die in ihnen enthaltenen Flurnamen hinsicht­lich ihrer Aussagefähigkeit zur wirtschaftlich-kulturellen Entwicklung und Sied­lungstätigkeit der Stadt, Rückschlüsse auf den Zuzug in die Stadt und den Mobilitätsradius der mittelalterlichen Bevölkerung auf Grund der mit rund 35% des Korpus dominierenden Herkunftsnamen (656, Abb. 3) und die Wandlungen des derzeit noch mit ca. 55% erhaltenen Namenbestandes vom Untersuchungszeitraum bis heute.
Die, wie bereits erwähnt, insgesamt gute Lesbarkeit des Linsbergerschen Textes wird unseres Erachtens allerdings dadurch beeinträchtigt, dass die in Tabellenform präsentierten Aus­wer­tungsergebnisse die Namen lediglich mit ihrer im Namenbuch vergebenen Lemma-Nummer aufführen, so dass man sich vor teilweise recht umfangreiche Zahlenkolonnen gestellt sieht und, will man Genaueres erfahren, dazu gezwungen ist, mühsam zurückzu­blättern. (Anm. 5)
Der abschließende, den Rufnamen gewidmete Teil der Arbeit „liefert sämtliche Rufnamen in ihren Voll- und Kurzformen in Originalschreibung mit allen Variantenschreibungen und dazugehörigen Angaben zur Beleghäufigkeit“ (687), gefolgt von der Etymologie und Lite­raturangaben. Es dominieren im 15. Jahrhundert die Namen der kirchlichen Sphäre (rund 62% der Gesamtverteilung (751, Abb. 15), bei den männlichen steht Johannes an der Spitze; die Positionen 2 bis 5 nehmenNikolausGeorgStephan und Konrat ein (737, Abb. 11). Die weiblichen Rufnamen werden von der Fünfergruppe MargaretheAnnaKatharinaBarbara und Elisabeth angeführt (743, Abb. 12).
Eine Auflistung der benutzten Abkürzungen (758–760) und das Literaturverzeichnis (761–783) beschließen Axel Linsbergers umfangreiche, ganz auf sein Untersuchungsgebiet kon­zentrierte Monographie. (Anm. 6) Der Autor liefert auf jeden Fall eine grundsolide, in jeder Hinsicht zuverlässige Arbeit, deren auf ihrer betont historischen Ausrichtung beruhender Wert gerade angesichts der immer stärker auf die computative Bearbeitung digitalisierter Quellen orien­tierte Forschung nicht zu bestreiten ist. (Anm. 7)
Anmerkungen
(1) Vgl. des Autors Wiener Dissertation „Bürgerliche Anthroponyme des 15. Jahrhunderts in Wien“ (2010).
(2) Gottschald erscheint hier abweichend von Gott im Literaturverzeichnis und im Gegensatz zur sonst geübten Praxis als Versalkürzel GOTT.
(3) Dies schließt nicht aus, dass einige wenige Fälle vorkommen, die man gern weiter hinterfragen würde, z.B. Prantesser, das ohne Literaturangaben zu einem nicht nachgewiesenen FlurnamenBrandes (Grundwort: mhd. etze ‘Weideplatz’) gestellt wird (122).
(4) Problematisch – auch wenn in ähnlichen Untersuchungen durchaus Praxis – scheint uns die auf Grund ihrer strukturellen Merkmale gesondert aufgeführten Satznamen innerhalb der nach inhaltlichen bzw. semantischen Kriterien gebildeten Motivationsgruppe der Übernamen zu sein (657, Abb. 5).
(5) Dieses Verfahren bietet sich zwar aus Gründen der Platzersparnis an, doch wäre z.B. die Nennung von jeweils einigen Beispielen (den Rest dann in Zahlenform) ein tragbarer Kompromiss gewesen, zumal im Namenbuch (vgl. Angerer, Angerler; Bock, Böckel; Bierbaum, Bierbaumer etc.) ganze Textpassagen wiederholt werden, wo Verweise, wie bei Tischer, Tischler; Maier, Maierl usw. geschehen) durchaus Raum geschaffen hätten.
(6) Bereits am Literaturverzeichnis ist zu erkennen, dass ein Vergleich mit anderen Orten und Gebieten des deutschen Sprachraums kaum und eine Einordnung in die großen Entwicklungslinien der deutschen Anthroponymie nicht vorgenommen wird.
(7) Vgl. z.B. die ergänzungsfähige Datenbasis der „Historische Sondierung“ genannten Abschnitte in dem von Konrad Kunze und Damaris Nübling herausgegebenen Großprojekt „Deutscher Familiennamenatlas“, bisher 4 Bde., Berlin/New York 2009/2013. – Zur Notwendigkeit der weiterhin erforderlichen Aufarbeitung bislang ungenutzter Quellen und unbehandelt gebliebener Regionen und Orte vgl. Volkmar Hellfritzsch, Überlegungen zur weiteren Erforschung der deutschen Zunamen, in: Silvio & Andrea Brendler, Namenforschung Morgen. Ideen, Perspektiven, Visionen. Hamburg: baar 2005, 61–79; Ders., Fränkische und obersächsische Zunamen im Spannungsfeld frühneuhochdeutscher Schreibvarianten, in: Zunamen/Surnames – Zeitschrift für Namenforschung / Journal of Name Studies Jg. 6 (2011) Heft 1, 8–57.
Empfohlene Zitierweise
Volkmar Hellfritzsch: [Rezension zu] Axel Linsberger, Wiener Personennamen, Frankfurt a.M. 2012, in: Onomastikblog [08.12.2014], URL:http://www.onomastikblog.de/ni_rezensionen/wiener_personennamen/.
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Die Titeldaten für das rezensierte Werk finden Sie im DNB-Katalog.

Taking stock, December edition

https://dmnes.wordpress.com/2014/12/01/taking-stock-december-edition/



A couple of milestones were reached in the previous month: the 500th entry was finalized, the 8,000th citation was confirmed, and the DMNES joined Twitter. And there’s lots to look forward to over the next month, as the coding for the website gets going in earnest.
We start December with 528 entries finalized and ready for inclusion in the first edition (up from 460 last month, a 15% increase). 331 are masculine and 197 are feminine. There are 8122 citations, representing a 16% increase from last month (7006), with the average number of citations per entry still hovering just over 15. 4306 are from Latin-language records, just over 53% (slightly more than last month).
And now to the charts!
citations per country
Since last month, Scotland has jumped ahead of Sweden, in part because I’ve been working through some 14th C charters from Lennox, and in the process learning all about the Mormaers of Scotland!
citations per language

Friday, December 19, 2014

Thinking of naming your kid after your favorite character? You’ll regret it

http://nypost.com/2014/12/17/parents-are-naming-their-kids-after-netflix-and-hbo-characters-why/



Modal Trigger
Baby names sure seemed more dignified when they were plucked from characters in movies like 1970’s “Love Story,” which starred Ryan O’Neal as Oliver and Ali MacGraw as Jennifer.Photo: Everett Collection
Looking over our thick guide to baby names, my wife and I were startled to find the name “Dijonnaise” listed. In the “origin” column the guide simply said, “Condiment.”
Though the mustard-mayo combo has not yet made it even to the bottom of the list of baby names being used in the US, some oddball choices are zooming their way up the chart. Parents are intent on sending a message to the registrar of births, and that message is: We watch a lot of television. They’re half a step away from naming their kids Netflix and HBO.
Whereas parents once named their daughters Jennifer after the witty, tragic and beautifully self-composed heroine of 1970’s “Love Story,” now they’re reaching for names that will forever tie their kids to early 21st-century fads in mass-market fantasy.
There’s nothing wrong with “Isabella” and “Jacob,” though each shot to the top of the charts in 2011 because of the dippy, brainless “Twilight” series. Each name has a rich enough history that future generations won’t automatically associate them with a cheesy movie franchise.
Modal Trigger
“Jacob” and “Isabella” shot to the top of preferred baby names in 2011, buoyed by the popularity of characters played by Taylor Lautner and Kristen Stewart (above) in the “Twilight” movie franchise.Photo: Andrew Cooper, SMPSP
If you want your kid to have a name so worn-out he or she is going to need a number to be distinguished from three others with the same handle in kindergarten, fine.
Some other kids may not be so lucky.
“Galina,” “Nicky” and “Piper,” all characters on “Orange Is the New Black,” shot up in popularity by double digits, registering 67 percent, 35 percent and 28 percent gains this year, respectively, according to 2014 statistics from babycenter.com released earlier this month.
Parents, get a clue: Call your kid “Nicky” if you want, but don’t put it on the birth certificate unless you want her to be an exotic dancer.
Modal Trigger
Nicky Nichols (Natasha Lyonne) and Galina “Red” Reznikov (Kate Mulgrew) assess a situation on “Orange Is the New Black.” Those character names were increasingly popular in 2014, according to babycenter.com.Photo: Ali Goldstein for Netflix
There may also be a “Frozen” effect happening. “Anna” was up slightly, “Elsa” got a boost, and even “Olaf” showed gains this year, leaping from No. 457 to 383, according to babycenter.com stats. What kid wants to be named after a self-deluding snowman?
You’re off the hook, partially, with “Piper,” a sturdy English name with a long history, or “Galina,” which goes back to ancient Greek and means “calm,” but does your daughter really want to be associated with a soapy TV show rather than, say, classic literature or a cool story about where her parents met? (“To Kill a Mockingbird”-inspired names “Atticus” and “Scout” have a noble foundation, but don’t get any ideas, all you couples who met at Costco.)
Modal Trigger
The name “Elsa” — as well as those of other characters from the animated movie “Frozen” — made gains in popularity this year.
Perhaps thanks to Robin Wright’s popularity on Netflix’s “House of Cards,” “Robin” and “Wright” both saw upticks this year — up 12 percent and 65 percent, says babycenter.com. And courtesy of “Game of Thrones,” “Arya” is a fast-growing girls’ name, leaping from the 900s to No. 277 since 2010, according to the Social Security Administration. Though it has Sanskrit origins (it means “noble”), the name is a bit too easily traceable to the vengeful tomboy daughter of Eddard Stark.
As for “Khaleesi,” the title of Daenerys Targaryen on the show, that’s just a word (for “queen”) made up by author George R.R. Martin. And yet 241 girls were named Khaleesi last year, up from zero or close to it a few years ago. (The Social Security Administration tracks only those names given to five or more babies nationwide.) “Khaleesi” is now as popular as “Louisa” or “Rachael.”
Modal Trigger
There may be better names to bestow on your daughter than “Arya.” Unless, of course, your offspring is as murderous and vindictive as her “Game of Thrones” namesake, played by Maisie Williams.
“Katniss” and “Finnick” — two more made-up names, which appear in “The Hunger Games” — wound up on the birth certificates of 17 and 15 babies last year. These kids aren’t going to grow up to be rebel warriors — they’re going to grow up to be embarrassed. In 20 years, “The Hunger Games” is going to seem about as cool as “Conan the Barbarian” is now.
Still, there are even more excruciating choices.
For the 11 families that named a boy “Arson” last year, please keep all matches under lock and key, and don’t move in next door to me. To the 12 who named their boy “Mavric,” spell-checking software is available. And to the 48 families who named their baby girl “Female” last year, come on. You’re not even trying.
Modal Trigger
You named your daughter “Katniss”? Really? Setting up her college fund may wind up less important than socking away money for therapy.Photo: Murray Close

Nombrand » Archivo del Blog » Nombradores de planetas y exoplanetas, ¿arte o ciencia?

Nombrand » Archivo del Blog » Nombradores de planetas y exoplanetas, ¿arte o ciencia?



Halley, Hyakutake, Hale-Bopp… son algunos de los nombres con que denominamos esos cuerpos celestes constituidos por hielo, polvo, rocas que orbitan alrededor del Sol siguiendo diferentes trayectorias elípticas, parabólicas o hiperbólicas. Vamos, los cometas de toda la vida.
Portadores de buenos deseos y buenas nuevas para unos, potencialmente catastróficos, agoreros del fin del mundo o portadores de desgracias para otros… Observados y admirados, queridos, temidos u odiados, protagonistas de pesebres, películas, y conferencias apocalípticas…


Pero, ¿quién y cómo pone nombre a los cometas?
La Unión Astronómica Internacional (UAI o IAU) es una agrupación de las diferentes sociedades astronómicas internacionales y constituye el órgano de decisión internacional en el campo de las definiciones de nombres de planetas y otros objetos celestes (Naming Guide), así como los estándares en astronomía. Fue creada en 1919 a partir de la unión de diferentes organismos y su objetivo es promover y coordinar la cooperación internacional en la astronomía y la elaboración de las reglas de nomenclatura de los diferentes cuerpos celestes.
Nombre de cometas
Un gran reto de naming: ¿Cómo nombra la IAU los cuerpos celestes?
Como en toda organización científica, hay un protocolo de nomenclatura, pero no siempre ha sido así.
En el siglo XIX los cometas solo recibían nombre si aparecían una segunda vez. Tras su aparición, se les designaba con una combinación del año del descubrimiento con números y letras. Fue en el siglo XX cuando se creó la costumbre de darle el nombre de su descubridor. Ni qué decir del auge de observadores y exploradores de lo celeste con ansias de grabar sus nombres en la gloria del firmamento. Un nuevo concepto de la búsqueda de la inmortalidad propició la aparición de los “buscadores de cometas”, que hicieron de la noche su hábitat, e hicieron del avistamiento un modo de vida.
En la actualidad la entidad encargada es el Comité de Nomenclatura de los Cuerpos Pequeños de la IAU (CSBN por sus siglas en inglés, Committee for Small Body Nomenclature) y el reto que tiene es nombrar más de 400 – 600 cometas nuevos cada año. Desde 1994 ha adoptado el siguiente sistema:
Para la denominación científica de los cometas se utiliza un prefijo (P, C, X o según su ciclo de vida o características: naciendo, en apogeo, en destrucción y otros) luego el año de su descubrimiento, una letra mayúscula que identifica el medio mes de observación durante ese año (A para la primera quincena de enero, B para la segunda y así sucesivamente) y un número que representa el orden del descubrimiento dentro de ese medio mes. De tal manera, un cometa que se llama P/2013B3 se trata del tercer (3) cometa periódico (P), descubierto en 2013, en la segunda quincena de enero (B).
Naming cometasLa designación se completa con el nombre que el descubridor o descubridores hayan proporcionado, siguiendo las mismas reglas que en el nombramiento de otros cuerpos celestes. Según este organismo, los nombres que se eligen para estos ‘objetos’ espaciales no deben superar los 16 caracteres, siendo preferiblemente una palabra que sea fácil de pronunciar, que no sea ofensiva y que no sea demasiado similar a algún nombre ya existente. Además, no se admitirán nombres con significado político, militar o religioso, exceptuando religiones de la antigüedad, y exceptuando también los nombres de las figuras relevantes anteriores al siglo XIX. Todo un ejemplo de arte y disciplina para muchas de nuestras empresas.
¿Honrando a los Beatles hasta en el cielo?
Pero como excepción a la regla, hay cuatro meteoritos, en este caso, que no cumplieron con estos requisitos a la hora de ser ‘bautizados’. Se trata de los meteoritos John Lennon, Paul McCartney, Ringo Starr y George Harrison, que a modo de homenaje a The Beatles, recibieron el nombre de los cuatro componentes de la banda.
Visto el protocolo actual, queda contestar a la pregunta: ¿cómo hacer frente a la ingente tarea de nombrar aproximadamente entre 400 y 600 cuerpos celestes al año?
Probablemente, mediante mucha observación, análisis, -porqué no, arte- e inacabables jornadas de trabajo como para acabar viendo las estrellas, literalmente.
No obstante, es innegable que los cometas y los cuerpos celestes siempre han despertado en el gran público una especie de atracción y un halo de fascinación entre mística y misteriosa. Entonces, ¿por qué no dejar a los profanos el placer y el honor de nombrar aquello que proviene de los confines del Universo? ¿Por qué no grabar nuestra imprenta en el Hall of Fame de la Galaxia?
¿Y los exoplanetas? NameExoWorlds: El concurso mundial de la Unión Astronómica Internacional para asignar nombres a exoplanetas y a sus estrellas anfitrionas
Por primera vez, en respuesta al creciente interés del público en participar en los descubrimientos astronómicos, la Unión Astronómica Internacional (IAU) ha organizado un concurso mundial para dar nombres populares en este caso a un conjunto seleccionado no de cometas, sino de exoplanetas junto con sus estrellas anfitrionas.
Nombrar cometasLos nombres propuestos serán presentados por clubs, agrupaciones y organizaciones sin ánimo de lucro interesados en Astronomía, y los votos serán emitidos por personas de todo el mundo a través de la página web NameExoWorlds.org, hasta el 31 de diciembre de 2014.
La intención es que millones de personas en cualquier sitio del globo puedan tomar parte en la votación. Una vez que los votos se hayan escrutado, los nombres ganadores serán anunciados oficialmente por la IAU en Agosto de 2015, lo que les permitirá ser utilizados libremente, en paralelo con la nomenclatura científica existente, con el debido crédito a las asociaciones u organizaciones que los hayan propuesto.
Cabe esperar, no obstante, un buen criterio de elección por parte de la IAU. El naming no es algo que pueda tomarse a la ligera, por lo que una mala elección puede tener consecuencias funestas si tenemos en cuenta que los nombres elegidos pueden ser muy duraderos. En caso que la iniciativa cuaje y se extienda la búsqueda de nombres de exoplanetas a todo tipo de cuerpos celestes ¿Cabría la posibilidad de imaginarse un cometa nombrado por un club de fans? ¡Demos la bienvenida al cometa Justin Bieber!
Y en última instancia, ¿podría ceder la IAU a intereses empresariales privados? El sueño de todo director de marketing: publicidad notoria, barata, y eterna. Sería el colmo observar el cometa “Apple” orbitando la elipse del planetoide “McDonalds”…
© nombrand

Naamwedstrijd doopt nieuw gemeentehuis om tot .. 'Gemeentehuis' | Persinfo

Naamwedstrijd doopt nieuw gemeentehuis om tot .. 'Gemeentehuis' | Persinfo







Het nieuwe administratieve centrum met bibliotheek zal officieel in mei 2015 worden geopend.





TERNAT - De naamwedstrijd die de gemeente Ternat uitschreef in het kader van de bouw van het nieuwe gemeentehuis kende gisterenavond een opmerkelijk slot. De keuze van de jury uit alle inzendingen was immers best wel verrassend te noemen, of net niet?
Het gemeentebestuur van Ternat schreef eerder dit jaar een wedstrijd uit waaraan alle Ternatenaren konden deelnemen. Doel was een naam vinden voor het het nieuwe administratieve centrum van Ternat dat arbeiders momenteel bouwen zijn naast het het huidige gemeentehuis 'Kasteel De Mot'. In ruil voor de creativiteit werd de winnaar van de naamwedstrijd 150 euro beloofd.
Uit de bijna veertig inzendingen met daartussen onder andere 'Glazen Huis' en 'Het Witte Huis' werd uiteindelijk voor de eenvoudige maar veelzeggende naam 'Gemeentehuis' gekozen. Twee Ternattenaren die deze naam instuurden kregen hiervoor gisterenavond elk een cheque van 75 euro.
Daarnaast organiseerde de gemeente ook een wedstrijd voor het logo van het nieuw administratief centrum.The Factory Brussels, het communicatiebedrijf dat de huisstijl zal ontwikkelen, stelde een shortlist van 5 samen uit de 34 inzendingen. Een jury koos quasi unaniem voor het ontwerp (foto onder) van Kathleen Van Vaerenbergh. Zoals vele andere voorstellen verbeeldt haar ontwerp ook de drie-eenheid van drie gemeenten, en de verschillende dimensies sociaal, cultureel en het aspect water. Maar het winnende ontwerp brengt de verbondenheid en de eenheid in verscheidenheid sterker tot uitdrukking. Ook de knipoog naar de Ring kon de jury waarderen. Het ontwerp van Kathleen inspireerde één van de juryleden ook tot de mooie metafoor dat 'Ternat een juweeltje is aan de rand van Brussel'. Kathleen ontving als prijs een cheque van 300 euro uit handen van Kathleen Platteau, Ternats schepen van cultuur.
Archief

Saturday, December 13, 2014

Toponymist at ProCleared

http://procleared.applicantstack.com/x/detail/a2l9wnf61cku

ProCleared LLC

Toponymist
Summary
Title:Toponymist
ID:1155
Department:Professional
Level:N/A
Location:Springfield, VA
Description
 “Bridging Skills to Requirements”
 
OverviewProCleared LLC is a Veteran-owned small business founded in 2011. Our number one focus is our employees. We believe that if we take care of our employees, they will in turn contribute to the team as whole. We offer 100% employer paid health, dental, vision, and life premiums, Employer match 401k. We maintain an environment where everyone has a voice and we listen to your thoughts, ideas and concerns in order to support your goals as best we can.
  
Position TypeToponymist
  
LocationSpringfield, VA
  
  
QualificationsTo  qualify, candidates must have an Active TOP SECRET SCI Security Clearance 
 
Job DescriptionThe Toponymist (French/Spanish) shall analyze and conflate information associated with feature data listed in the Geographic Names Database (GNDB) while working closely with Intelligence Community (IC) geographic names experts. Selected candidate will use agency guidance and policies to respond to questions concerning the proper and correct usage of names, various Romanization systems, and the treatment of descriptive information on standard products. These services will use the Geographic Names Processing Systems (GNPS), charts, imagery and geospatial tools to refine names information for use in all types of products and to respond to use question via the Ad Hoc Query process. In addition, the candidate will prepare files and maps for work, accurately entering data to maintain and update the GNDB, including batching the completed work into the GNDB. The accuracy and reliability of the selected candidate’s work is essential to the missions of these users.

The selected candidate will scan and geo-reference hardcopy maps, research, and order geospatial data sources and commercial imagery to use as reference sources. Georeferenced maps and imagery must be conflated with the GNDB. Selected candidate will interpret and apply national and international policies governing the treatment of and general guidelines emanating from the US Board on Geographic Names (US BGN), the Department of State (DoS), the North Atlantic Treaty Organization (NATO), and other related organizations.

Required Skills

Bachelor's degree in Liberal Arts/Sciences (or related field) and/or equivalent formal military training and 2+ years of related experience. Qualified candidates will possess an ILR Skill Level Two certification for reading (DLPT5 2/2) in both the French and Spanish language. Active TS SCI clearance is required.

 
About ProClearedThe ProCleared management team are all veterans who are committed to service and country. We believe in going the extra mile for our customers and expect the same high standards from our employees. We understand our customers, their issues, struggles, and challenges.

To our customers, we are a highly flexible, low overhead, value-priced, highly focused partner.  To our employees we are friends, colleagues, and mentors.

ProCleared is an Equal Opportunity/Affirmative Action Employer – Females / Minorities / Veterans / Disabled
 
To learn more visit www.procleared.com

CARTE INTERACTIVE. Comment s'appelait votre ville pendant la Révolution?

http://www.leparisien.fr/info-paris-ile-de-france-oise/carte-interactive-comment-s-appelait-votre-ville-pendant-la-revolution-30-06-2014-3965453.php#xtref=http%3A%2F%2Fpaper.li%2FBKCo_%2F1395568470%3Fedition_id%3D613d5150-04f3-11e4-b541-0025907212f5%24utm_campaign%3Dpaper_sub%24utm_medium%3Demail%24utm_source%3Dsubscription

Néotoponymie révolutionnaire appliquée aux noms de communes françaises


Il y a deux cents ans, le 8 juillet 1814, Louis XVIII annulait les changements de noms imposés pendant la Révolution par les sans-culottes, déterminés à gommer les signes rappelant la religion ou la monarchie. Plus de 3000 communes avaient été ainsi rebaptisées, parfois de manière très folklorique.  


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Illustration. Quel nom portait votre commune pendant la Révolution française? 
Illustration. Quel nom portait votre commune pendant la Révolution française? (DR.)
Saviez-vous que Grenoble (Isère) s'est un temps appelée «Grelibre», que Saint-Etienne (Loire) a été rebaptisée en «Ville-d'Armes» ou que Versailles (Yvelines) a été nommée... «Berceau-de-la-Liberté» ? Ce sont quelques exemples des changements de noms de communes qui sont survenus pendant la Révolution française.
Des baptêmes parfois très folkloriques qui furent finalement annulés il y a 200 ans, le 8 juillet 1814, par un décret de Louis XVIII. La parenthèse fut de courte durée, mais jamais la France n’a connu un tel remodelage des noms de ses territoires.

Les communes qui ont changé de nom avaient souvent un nom religieux auquel on substitue une appellation laïque, voire franchement républicaine. Saint-Ouen (Seine-Saint-Denis) est ainsi devenue «Bains-sur-Seine», La Villedieu (Charente-Maritime) fut renommée «La Carmagnole». Toute référence à la monarchie ou à la noblesse ont aussi été gommées. Bucy-le-Roi (Loiret) fut rebaptisée «Bucy-la-République», «Martigny-le-Peuple» a remplacé Martigny-le-Comte (Saône-et-Loire). Beaucoup de communes ont aussi pris le nom de Marat, le révolutionnaire radical assassiné le 13 juillet 1793. Certaines villes, enfin, parce qu’elles se sont soulevées contre le parti de Robespierre, sont punies, à l’instar de Marseille devenue… «Commune-Sans-Nom» !

Votre commune a-t-elle changé de nom pendant la Révolution? Pour le savoir, nous vous invitons à parcourir la carte interactive ci-dessous. Chaque point rouge signale une ville qui a été rebaptisée. En cliquant dessus, vous découvrirez le(s) nom(s) qu'elle a porté(s) durant la période révolutionnaire. Nous en avons référencé plus de 3000 : bonne navigation ! 

CARTE INTERACTIVE. Les communes qui ont changé de nom à la Révolution.



Source : Index des noms révolutionnaires des communes de France par Roger de Figuières. 

Farce um Frauenquote für Straßennamen in Berlin

http://www.welt.de/vermischtes/kurioses/article115541901/Farce-um-Frauenquote-fuer-Strassennamen-in-Berlin.html

Das Jüdische Museum möchte seinen Vorplatz nach Moses Mendelssohn benennen. Doch Kreuzberg sperrt sich: Im Bezirk gilt eine Frauenquote für Straßennamen. Ausnahmen gibt es nur für linke Idole.



Frauenquote für Straßenschilder: Seit 2005 müssen im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg neue Straßen nach Frauen benannt werden. Doch es gibt Ausnahmen...
Foto: picture-alliance / Wolfram SteinFrauenquote für Straßenschilder: Seit 2005 müssen im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg neue Straßen nach Frauen benannt werden. Doch es gibt Ausnahmen...
Ursula von der Leyen hat sich durchgesetzt, und die CDU will sich eine starre Frauenquote ins Programm schreiben. Damit könnte man meinen, ist die Debatte fürs Erste beendet. Doch während die große Politik bereits zum nächsten Tagesordnungspunkt übergeht, bricht in Berlin schon wieder eine Geschlechterdebatte los. Im Mittelpunkt steht ein noch nicht einmal fertig gepflastertes Plätzchen am Rande Kreuzbergs.
Einziger Anlieger ist das Jüdische Museum, das hier demnächst einen Anbau eröffnen will. In der neuen Akademie des Hauses wird künftig zu den sozialen Folgen von Migration geforscht. Und so suchte der Stiftungsrat des Museums nach einem passenden Patron. Eine historische Persönlichkeit sollte es sein, international bekannt und geehrt.
Man entschied sich für Moses Mendelssohn (1729-1786). Der jüdische Philosoph gilt als ein Wegbereiter der Aufklärung und kam selber als Migrant nach Berlin – der perfekte Kandidat also, hätte er nicht ein entscheidendes Manko: Er ist keine Frau.
Friedrichshain-Kreuzberg hat sich 2005 eine Frauenquote von 50 Prozent verschrieben. Laut einem Beschluss der von den Grünen dominierten Bezirksverordnetenversammlung müssen Straßen und Plätze zur Hälfte nach Frauen benannt werden. Bis die Quote erreicht ist, sollen nur noch weibliche Namen vergeben werden.
Zu einer Ausnahme ist man im Bezirk nicht bereit: Das sei "genderpolitisch mehr als fragwürdig", heißt es bei den Kreuzberger Grünen. Es könne schließlich nicht sein, dass es keine angemessene weibliche Persönlichkeit gebe.

Das Jüdische Museum wünscht sich Moses Mendelssohn als Patron (1729-1786). Der jüdische Philosoph gilt als ein Wegbereiter der Aufklärung
Foto: picture alliance / Quagga IllustDas Jüdische Museum wünscht sich Moses Mendelssohn als Patron (1729-1786). Der jüdische Philosoph gilt als ein Wegbereiter der Aufklärung

Eigentlich finden die Grünen Mendelssohn ja "ganz toll"

Im Jüdischen Museum reibt man sich die Augen. Dass die Taufe des Vorplatzes so anstrengend werden würde, hätte sie nicht erwartet, sagt Museumsdirektorin Cilly Kugelmann. Und ja, der Stiftungsrat hätte sich auch Alternativen mit Berlinbezug überlegt: die Schriftstellerin Rahel Varnhagen etwa oder Rosa Luxemburg.
Aber die sind im Berliner Verkehrsbild – erstere mit einer Straße, letztere mit einem Platz, einer Straße und einem Steg – bereits versorgt, während es deutschlandweit noch keine einzige Straße oder einen Platz für Mendelssohn gibt.
Die Namensdiskussion ist zur Farce geraten. Im Bezirksausschuss "Frauen, Gleichstellung und Queer" wurde bereits die Idee diskutiert, die bestehende Rahel-Varnhagen-Promenade umzutaufen, nur um dann doch den Vorplatz der Akademie des Jüdischen Museums nach ihr benennen zu können.
Cilly Kugelmann sagt, sie finde das schlichtweg albern. Und Anna Sophie Luck von den Kreuzberger Grünen, stellvertretende Vorsitzende des Gleichstellungs-Ausschusses, bemüht sich zwar zu versichern, dass man Mendelssohn an sich ja auch "ganz toll" finde, aber Beschluss sei nun einmal Beschluss.

Wahl fällt auf "Eheleute-Mendelssohn-Platz"

Könnte man meinen. Nur wurden in den vergangenen Jahren schon Ausnahmen von der Regel gemacht. Etwa für die Rudi-Dutschke-Straße oder für den ermordeten Hausbesetzer Silvio Meier, nach dem demnächst die Gabelsbergerstraße in Friedrichshain umbenannt werden soll. Offenbar lässt sich die Frauenquote für linke Konsensfiguren aussetzen.
Inzwischen haben sich Berliner zwar mit einer Online-Petition für Mendelssohn an den Regierenden Bürgermeister und den Senat gewandt. Doch die rund 2000 Befürworter fallen nicht mehr ins Gewicht, denn die Bezirksverordnetenversammlung hat nun entschieden, wie der Platz vor dem Jüdischen Museum künftig heißen wird.
Die Abgeordneten stimmten mehrheitlich für eine Namensalternative, die man wohl als Kompromiss versteht: Um Mendelssohn nicht außer Acht zu lassen und trotzdem noch eine Frau aufs Schild zu hieven, hat die Mehrheit für "Fromet- und Moses-Mendelssohn-Platz" gestimmt.
Im Jahr 2013 gilt es also wieder als emanzipatorischer Erfolg, an der Seite seines Mannes genannt zu werden. Funktion: Gattin. Dafür, könnte man meinen, hätte es eine Frauenquote nicht gebraucht.

Gerade einmal ein Zwanzigstel weiblich

Die Gleichstellung wollen sich derweil auch andere deutsche Großstädte auf die Schilder schreiben. So hat etwa Hamburg im vergangenen Jahr die Absicht bekundet, Straßen künftig verstärkt nach weiblichen Vorbildern zu benennen.
Der Anteil an Frauen ist im hanseatischen Stadtbild noch geringer als in den Vorständen deutscher Dax-Konzerne: Bei einer letzten Zählung im Jahr 2009 war Hamburg gerade einmal auf 275 weibliche von insgesamt 8000 Straßennamen gekommen. Ähnlich arm an Namensgeberinnen ist München: Dort tragen von 6129 Straßen gerade einmal ein knappes Zwanzigstel (288) Frauennamen.
Den Schnitt anzuheben ist offenbar nicht so leicht wie gedacht: Trotz des bereits 2004 gefassten Entschlusses, weiblichen Persönlichkeiten bei der Benennung von Straßen Vorrang zu gewähren, kommt ein Bericht des Kommunalreferats München von 2011 zu dem Schluss: "Nach wie vor beziehen sich die Wünsche nach einer Ehrung von Persönlichkeiten durch eine Straßenbenennung sowohl von privater Seite als auch seitens der Bezirksausschüsse und aus den Reihen des Stadtrats fast ausschließlich auf Männer."

Die Gleichstellung würde 89 Jahre dauern

Auch in Düsseldorf diskutierte der Gleichstellungsausschuss kürzlich, ob man künftig statt der "Königs-" eine "Königinnenallee" brauche. Mehr als ein Drittel aller Straßen der Landeshauptstadt sind nach Männern benannt; bisher wurden lediglich 69 Frauen als Namensgeber herangezogen, das entspricht einem Anteil von gerade einmal 2,7 Prozent.
Die Düsseldorfer entschieden sich trotzdem gegen eine Frauenquote. Diese durchzusetzen wäre wahrscheinlich auch ein Jahrhundertprojekt geworden: Wenn in der Stadt wie bisher durchschnittlich neun neue Straßennamen pro Jahr vergeben werden, dann würde es mindestens 89 Jahre dauern, bis endlich die Gleichstellung erreicht wäre.